Seit 1968 war es die erklärte Absicht, den olympischen Gedanken in Österreich durch Gründung einer nationalen Akademie im Rahmen des Österreichischen Olympischen Comites (ÖOC) nicht nur ideell, sondern auch organisatorisch zu vertiefen. Der damalige Leiter des Instituts für Leibeserziehung an der Universität Salzburg, Dr. Erwin Niedermann (1911-2005), verfasste am 22. Oktober 1968 eine Denkschrift zur Gründung der Österreichischen Olympischen Gesellschaft, „um die völkerverbindende, dem Frieden und dem fairen sportlichen Wettkampf dienende Idee der modernen Olympischen Spiele aufrecht zu erhalten und zu stärken“.
Viele Hindernisse mussten überwunden werden, bis es 1982 zur Gründung der "Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des olympischen Gedankens in Österreich – Olympische Akademie" kam. Beim langen Weg von der Idee bis zur ihrer Realisierung konnte man sich damit trösten, dass auch die Gründung der Internationalen Olympischen Akademie (IOA) von 1927 bis 1961 dauerte.
Anregungen zur Gründung einer "Österreichischen Olympischen Gesellschaft" – so war ursprünglich der Name geplant – gingen in den 1960er Jahren schon von der studentischen Sportjugend an der Universität Salzburg aus, die unter der Leitung des späteren Ehrenvorsitzenden Univ.-Prof. Dr. Josef Recla (1905-1987), Institut für Leibeserziehung der Universität Graz, Gelegenheiten hatten, an den Sessionen der Internationalen Olympischen Akademie (IOA) in Olympia teilzunehmen. Bei den ersten Reisen nach Olympia, durften alle vier Institute für Sportwissenschaften in Österreich (Graz, Wien, Salzburg, Innsbruck) jeweils vier Studenten nach Olympia entsenden. Die österreichische Teilnahme war demnach von Beginn an stark vertreten. Die Änderung auf vier Teilnehmer aus Österreich folgte erst viel später.
Der „Grazer Kreis“ (seit 1965 "Sportwissenschaftliche Gesellschaft der Universität Graz“) stellte schon früher ein Instrument zur Aufbereitung der an der IOA gewonnen Erfahrungen und darüber hinaus zur Weiterverarbeitung dieser Erfahrungen und des olympischen Gedankengutes auf nationaler Ebene dar. So meinte der Ur-Vater der Österreichischen Olympischen Akademie Dr. Josef Recla, „Wir Grazer fühlen uns verpflichtet, jederzeit und überall für die Olympische Akademie einzutreten, für sie zu werben und aktiv an der weiteren Gestaltung mitzuwirken“. Auch am Institut für Leibeserziehung der Universität Salzburg fand bereits im Wintersemester 1971/72 ein sport-historisches Seminar mit 37 Teilnehmern (davon 6 Studentinnen) zum Thema der Olympischen Spiele der Antike und der Neuzeit statt.
Dr. Erwin Niedermann, damaliger Leiter des Instituts für Leibeserziehung an der Universität Salzburg, verfasste 1968 eine Denkschrift zur Gründung der Österreichischen Olympischen Gesellschaft. Die überzeugten Lehrbeauftragten und Studierenden des Instituts unterstützten den Plan durch ihre Unterschriften. Doch die Gründungsbemühungen kamen ins Stocken. Erst sieben Jahre später wurde das Vorhaben wieder aufgegriffen. Im Jahr 1975 teilte der damalige ÖOC-Generalsekretär Dr. Peter Pilsl dem Initiator Dr. Erwin Niedermann die grundsätzliche Zustimmung des ÖOC zur Gründung der Gesellschaft mit. Es dauerte nochmals sieben Jahre bis es schlussendlich 1982 zur Gründung der „Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des olympischen Gedankens in Österreich/Österreichische Olympische Akademie“ kam.
Auf Initiative von Dr. Hermann Andrecs, Ministerialrat aus dem Bundesministerium für Unterricht und Kunst, fanden bereits 1979 und 1980 Seminare der Teilnehmer der Internationalen Olympischen Akademie (IOA) statt. Ernsthaft wurde jedoch die Gründung einer Österreichischen Olympischen Akademie erst im dritten Seminar 1981 erwogen.
So kam es am 10. Mai 1982 im ÖOC-Sekretariat in Wien unter Leitung des ÖOC-Präsidenten Kurt Heller (1919-1990) zur Geburtsstunde der Österreichischen Olympischen Akademie (ÖOA). Die Leitung der Arbeitsgemeinschaft haben unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. Dr. Erwin Niedermann (Salzburg) folgende Personen übernommen: MR. Dr. Hermann Andrecs (Wien), Mag. Günther Glatz (Reutte), Gerhard Gruber (Sportstudent, Linz), Dr. Bruno Hartmann (Götzis), Univ.-Ass. Dr. Günther Mitterbauer (Innsbruck), Univ.-Prof. Dr. Josef Recla (Graz), Mag. Margot Sturm (Salzburg), und Sportredakteur und Sporthistoriker Erich Kamper (1914-1995. Als Vertreter des ÖOC wurden Generalsekretär Dr. Peter Pilsl und Dr. Heinz Jungwirth nominiert.
Grundtenor der Teilnehmer: „Das bestehende, sehr lebhafte Interesse an der Olympischen Idee und den Olympischen Spielen, sowie am Breiten- und Spitzensport besonders aber auch am Schul- und Jugendsport möge zu einem organisatorischen Zusammenschluss führen… Von großer Wichtigkeit ist eine verständliche Darstellung der Olympischen Idee… Wir müssen die Werte des Sports vor allem der Lehrerschaft bewusst machen."
Die Österreichische Olympische Akademie (ÖOA) versteht sich als Arbeitsgemeinschaft des Österreichischen Olympischen Comités und kooperiert mit der Internationalen Olympischen Akademie (IOA) in Griechenland. Die ÖOA befasst sich in dieser Absicht besonders mit den Olympischen Spielen als größtes Sportereignis der Welt. Der olympische Spirit soll besonders der Jugend zugänglich und verständlich gemacht werden. Zu den Aufgaben zählt unter anderem die jährliche ÖOA-Entsendung von Studierenden der österreichischen Universitäten gemeinsam mit dem ÖOC zu der „International Session for Young Participants“ der Internationalen Olympischen Akademie nach Olympia in Griechenland.
Das zuständige Unterrichtsministerium, das ÖOC und die ÖOA publizierten von 1982 und 2000 zwölf (12) Ausgaben von „Sport in unserer Zeit“ (Arbeitstexte zum Verständnis der olympischen Idee). Die meist anspruchsvollen Texte sind in deutscher, englischer und französischer Sprache verfasst und geben einen sehr guten Einblick in die Olympischen Aktivitäten der ÖOA und teilweise des ÖOC (anbei 1-10).