Von 02. Jänner 2004 bis 11. Jänner 2007 wurde ich in das Bundeskanzleramt/Staatssekretariat für Sport dienstzugeteilt. Die sportpolitische Ära unter Staatssekretär Mag. Karl Schweitzer und Büroleiter Mag. Christian Günther war aus meiner Sicht geprägt von einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem organisierten Sport Österreichs.
POSITIV:
Das „Bundes-Sportförderungsgesetz 2005“ sowie die Initiative „Fit für Österreich“ – Sport als Dienstleister im Gesundheitssystem, können als die sportpolitischen
Meilensteine dieser Legislaturperiode gesehen werden.
Aufgrund einer neuen Regelung im Glücksspielgesetz und durch eine Änderung des Bundes Sportförderungsgesetzes konnte eine signifikante Steigerung der finanziellen Mittel für den österreichischen Sport gesichert werden. Mit der Aufhebung der Deckelung nach oben, der 3%igen Bindung an den Umsatzerlös der österreichischen Lotterien und der Mindestgarantie von 40 Millionen jährlich erhielt der österreichische Sport somit eine finanzielle Grundlage. Mehr noch, diese Neuregelung ermöglichte in Folge erstmals eine mehrjährige Planung im Sport.
Mit „Fit für Österreich“ (heute Fit Sport Austria) wurde gemeinsam mit dem organisierten Sport (BSO, ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION) die präventive Bedeutung des Sports in der Gesellschaft neu positioniert, um den Menschen – von jung bis alt – durch Bewegung und Sport vermehrt eine gesunde Lebensqualität zu vermitteln. Mit dieser Initiative wird bis heute auf das Potential des organisierten Sports als Dienstleister im Gesundheitssystem aufmerksam gemacht sowie vorhandene und neue gesundheitsfördernde Programme der zahlreichen Vereine der Dachverbände angeboten.
Öffentlichkeitswirksam, mit Unterstützung der Printmedien und des ORF/Sport, konnten wir mittels zweier Bus-Touren in allen Bundesländern diese Inhalte den interessierten Österreichern näherbringen. In Form einer weiteren Österreich-Tour wurden in allen Bundesländern auch das neue Bundessportförderungsgesetz sowie die aktuelle Sportpolitik (auch im Interesse der jeweiligen Bundesländer) eingeladenen Gästen (Sport, Politik, Medien, …) nähergebracht.
In diese Phase fielen auch die Umstrukturierung der Homepage www.sport.austria.gv.at sowie die Aufnahme des Themenbereiches Sport in den Bundes-Pressedienst/Informationen aus Österreich (www.bundeskanzleramt.at). Diese online-Publikation bildete somit seit Beginn 2004 eine langfristige Dokumentation des sportpolitischen Geschehens in Österreich. Diese Phase war außerdem geprägt von den intensiven Vorbereitungen auf das Großereignis „EURO 2008“ in Form der „Challenge 2008“ sowie der umfassenden Infrastrukturmaßnahmen im Bereich der Stadien.
Auch der österreichische Sport feierte 2005 das Jubiläumsjahr der Republik Österreich. 60 Jahre Zweite Republik war Anlass genug, um auch im Sport Bilanz zu ziehen und zu würdigen, was der Sport in Österreich in den vergangenen 60 Jahren Positives geleistet und bewirkt hat. Im Zuge der jährlichen Weihnachtsfeier im Bundeskanzleramt/Sport wurde die Festschrift „60 Jahre Sport in Österreich – Eine Erfolgsgeschichte“ - Autor: Prof. Norbert Adam (†) - präsentiert und mit anwesenden Sportlern der letzten sechs Dekaden, wie Prof. Mag. Ellen Müller Preis (Fechten, †), Karl Koller (Fußball, †), BM Liese Prokop (Fünfkampf, †), Ilona Gusenbauer (Hochsprung), Trixi Schuba (Eiskunstlauf), Armin Kogler (Sprunglauf), Markus Prock (Rodeln) und Kate Allen (Triathlon), dem Sport in all seinen Facetten gedankt.
Erstmals in der Geschichte der 2. Republik wurde am Ende einer Legislaturperiode ein Tätigkeitsbericht über die sportpolitischen Agenden des Sports verfasst. „Mehr Bewegung im Sport“ hieß das Resümee von Mag. Karl Schweitzer.
NEGATIV:
Im Herbst 2007 erfolgte zunächst eine erfolgreiche Bewerbung und positive Zusage der Schulsport-Verantwortlichen zu einer Mitarbeit in der Abteilung Schulsport im BMUKK. Von Seiten der damaligen
Sektionsleitung war diese positive Entscheidung aber rasch mit der Begründung, "der ist/war doch beim Sport-Staatssekretär Mag. Schweitzer tätig, den können wir nicht nehmen", vom Tisch. Hier musste
ich erstmal erkennen, wie parteipolitisch und oftmals „unsachlich und unprofessionell“ Personalentscheidungen in Österreich getroffen werden.