Obwohl bereits 1894 im Rahmen eines Skiwettlaufes in Mürzzuschlag eine internationale Wintersportausstellung eingerichtet wurde, kam es erst am 20. November 1947 durch den Gemeinderat zum Beschluss, ein Wintersportmuseum in Mürzzuschlag zu errichten. Im Sommer 1992 bildete sich ein Proponenten-Komitee, dass sich zum Zeil gesetzt hat, einen „Verein der Freunde und Förderer des Internationalen Ski- und Wintersportmuseums Mürzzuschlag“ ins Leben zu rufen. Die Gründungsversammlung fand am 20. November 1992 statt.
Zum Zwecke der Sportförderung wurde am 1. März 1946 im Bundesministerium für Unterricht, die Abteilung Sport, in Fortsetzung des Sportreferates, das bereits im Jahr 1919 im Bundesministerium für soziale Verwaltung, später im Unterrichtsministerium und dann wieder im Bundeskanzleramt seine Tätigkeit ausübte, errichtet. In den XI Sachgebieten wird erstmals im Sachgebiet IV. Werbung, Wirtschaft und Fremdenverkehr auch die „Förderung der Sportliteratur, Errichtung und Förderung von Ausstellungen, eines österreichischen Sportmuseum“ offiziell Bedeutung zugemessen.
Rund 30 Jahre später wurde über Vorschlag von Panathlon-Wien und einer Initiative von Min.-Rat Prof. Robert Mader (Abteilung Sport des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst) 1975 auf Betreiben des ÖOC das „Österreichische Olympia- und Sportmuseum“ (OEOSM) als Verein gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Entwicklung und die herausragenden Leistungen auf dem Gebiet des österreichischen Sports in Form von Ausstellungen, Sammlungen und Dokumentationen einem breiten Publikum vorzustellen .Gründungsmitglieder waren das Bundesministerium für Unterricht und Kunst (BMUK), das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF), das Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV), die Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft, das Bundesland Niederösterreich, die Marktgemeinde Maria Enzersdorf, die Österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) und das Österreichische Olympische Comité (ÖOC).
Mit der Ausstellung „Sammlung Edgar Fried“ im „Schlösschen auf der Weide“ trat der Verein am 30. Juni 1978 erstmals in die Öffentlichkeit. Das Gebäude, das von der Marktgemeinde Maria Enzersdorf in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und der Niederösterreichischen Landesregierung vollkommen renoviert wurde, wurde dem Verein im Rahmen eines Mietvertrags zur Verfügung gestellt. Als Kustos fungierte Hans Merinsky.
Nach Aufkündigung der Räumlichkeiten in Maria Enzersdorf zog das „Österreichische Olympia- und Sportmuseum“ in das Amtshaus Hietzing, 1130 Wien, Eduard Kleingasse 2. Der Sitz des Vereines wurde das Haus des Sports in 1040 Wien, Prinz-Eugen-Straße 12. In wochenlangen Renovierungen und Adaptierungen wurden die Ausstellungsräume und das Archiv neu aufgestellt. Am 10. Mai 1990 eröffnete Bundesministerin Dr. Hilde Hawlicek und ÖOC-Präsident Kurt Heller in Anwesenheit zahlreicher Olympia-Medaillengewinner und Vertreter des österreichischen Sports die neue Ausstellung „Österreich und Olympia – 1894 bis heute“. Das OEOSM präsentierte sich ab 1994 einerseits mit der Sammel-, Dokumentations- und Ausstellungstätigkeit an dessen Hauptsitz in Hietzing, anderseits im Multimedia-Zentrum des ÖOC in Wien-Rennweg. Das „Österreichische Olympia- und Sportmuseum“ wurde mit 31. Jänner 2001 geschlossen, ein großer Teil der extern-ausgeliehenen Schaustücke wurden den Besitzern zurückgegeben. In den Jahren 1999/2000 wurde unter der Federführung von Univ.-Prof. Mag. Dr. Marcus Hudec (Data Technology) ein neu-gestaltetes virtuelles Museum des ÖOC auf einer eigenen Homepage geführt. Erste Teil wurden kurz vor den Olympischen Spielen 2000 in Sydney fertiggestellt. Die Homepage entwickelte sich zu einer interessanten Informationsplattform, wo insbesondere die nationale olympische Bewegung, die Olympischen Spiele und Winterspiele sowie den österreichischen Teilnehmern und deren Erfolge ein breiter Platz gewidmet wurde. Seit 2025 ist die digitale Form des OEOSM in die ÖOC-Website integriert.
Auch die Stadt Innsbruck hatte zur Erinnerung an die IX. Olympischen Winterspiele 1964 und die XII. Olympischen Winterspiele 1976 ebenfalls ein Olympiamuseum eingerichtet, welches am 5. Februar 1983 im Beisein des IOC-Mitgliedes in Österreich, DVw. Philipp Schöller einer Abordnung des ÖOC, in den Räumlichkeiten des späteren Maximilianeums und heutigen Museum Goldenes Dachl eröffnet wurde und bis 1994 bestand.
Die Aussage des 2025 verstorbenen Sporthistorikers Hannes Strohmeyer (1932-2025) im Jahr 1996 ist noch heute von Bedeutung. „Räumlich und personell ist dieser 1-Personen-Betrieb aber nicht in der Lage, einen angemessenen Fundus anzulegen, zu bearbeiten und zu präsentieren. Somit steht zu befürchten, dass die den österreichischen Sport betreffende historische Sachkultur (Geräte, Bilddokumente, Archivalien, gedrucktes Quellenmaterial u.s.w.) zunehmend und unwiederbringlich verloren geht… Der österreichische Sport benötigt für die Ausformung und Präsentation seiner Identität aber das Wissen um die Vergangenheit. Dazu dient unverzichtbar auch die Bereitstellung und Sicherstellung seiner historischen Sachkultur in einem spezifischen und umfassenden Museum… Es scheint jedenfalls dringend nötig, in einer geeigneten rechtlichen Konstruktion ein österreichischen Sportmuseum mit entsprechender Infrastruktur zu schaffen bzw. den vorhandenen Ansatz zu einem effizienten Museum auszubauen.“
ANSATZ: Nach den erwähnten Schließungen des ÖDISP (2011), des Österreichischen Sport- und Olympiamuseums (2001) sowie des Olympiamuseums in Innsbruck (1994) wäre es an der Zeit, sich auf breiter Basis Gedanken über die Sicherstellung des sportlichen Kulturgutes Österreichs zu machen!