Der Österreichische Boxverband wurde 1921 als Österreichischer Amateur-Boxverband (ÖABV) gegründet. 2003 erfolgte in einer außerordentlichen Generalversammlung die Umbenennung des Verbandes in Österreichischer Boxverband, um auch vermehrt den Leistungsgedanken im Sinne der Olympischen Bewegung zu leben (Stand: April 2026).
Präsidenten (1934-dato):
Oberst Franz PÖTSCH † (1934–1938)
Heinz LAZEK † (1945)
Ministerialrat Dr. Walther HAUKE † (1945–1970, Ehrenpräsident)
Ministerialrat Dr. Lothar SCHEER † (1970–1998, Ehrenpräsident)
Ing. Waldemar MENCEL (1998–2000, 2004–2010, Ehrenpräsident)
Dr. Rainer SALZBURGER (2000–2004)
Roman NADER (2010–2017)
interimistisch Vizepräsident Mag. Dr. Karl LEDERMÜLLER (11/2017–01/2018)
Mag. Florian HÖLLWARTH (2018–2020)
Mag. Dr. Daniel FLEISSNER (2020–2022)
Igor MIKETIC (2022–dato)
Meilensteine des olympischen Boxsportes in Österreich (ein Einblick)
2025 ist mit der ersten WM-Medaille ein historischer Meilenstein im olympischen Boxen gelungen. Michael Derouiche schrieb mit dem Gewinn der Bronzemedaille im Halbschwergewicht österreichische Sportgeschichte. Schon 1999 und 2023 können mit Adrian Suteu und Ahmed Hagag zwei bekannte Boxer erstmals bei Weltmeisterschaften anschreiben und zwei fünfte WM-Plätze erringen.
Der Boxsport der Damen wird lange Zeit in Österreich nur als Spektakel oder als Belustigung gesehen. Es dauert bis 2001, bis Damen zum ersten Mal bei Österreichischen Meisterschaften zugelassen werden. Elisabeth Rumpf gewinnt den Titel im Schwergewicht. Die ersten Meisterschaften für Mädchen in der Jugendklasse folgen bei den Österreichischen Jugendmeisterschaften 2002 in Innsbruck, Sandra Berghammer gewinnt den Titel im Leichtgewicht. Mit der offiziellen Anerkennung dreier olympischer Gewichtsklassen Elite Frauen von Seiten der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO) kann der Titel Österreichische Staatsmeisterin erstmals 2012 an Nicole Trimmel (Leichtgewicht) vergeben werden.
Viele Boxer im olympischen Amateursport sind auch heute – nicht nur Insidern – ein Begriff. Immer wieder gibt es – wie im Sport üblich – erfolgreiche und weniger erfolgreiche Phasen. Namen wie Hans Zehetmayer, Hans Kohlegger, Leopold Potesil, Fritz Spuner, Hans Schmöllerl, Rupert König, Franz Frauenlob, Anton Schnedl, Franz Dorfer und Ahmed Hagag haben in Summe von 1934 bis 2022 elf Medaillen bei Europameisterschaften erringen können, wobei mit Hans Zehetmayer sogar ein EM-Gold-Gewinner des Jahres 1934 in der Statistik aufscheint.
Zwischen 1928 und 1936 sowie 1948 und 1988 nehmen 34 österreichische Boxer an den Olympischen Spielen teil. Eduard Kerschbaumer, Alfred Zima, Leopold Potesil, Josef Hamberger, Franz Pfitscher, Peter Weiss, Kurt Baumgartner und Christian Sittler, konnten zwischen 1948 und 1980 einen fünften sowie neun erweiterte Finalplätze erringen.
Schon im Nachwuchsbereich können zahlreiche spätere arrivierte Boxer großartige Erfolge feiern. Ganz oben die Boxer Olaf Mayer und Konrad König, die bereits 1979 bei der Junioren-WM Silber und Bronze erkämpfen. Rudolf Empl kann 1972 erstmals EM-Bronze für Österreich gewinnen. Zwischen 2004 und 2022 gibt es durch so bekannte Namen wie Marcos Nader, Lukas Embacher, Daniel Janicijevic, Aleksandar Mraovic und Ahmed Hagag zwölf EM-Nachwuchsmedaillen.
Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Bundesheer ist eng mit der Leistungssportförderung durch das Heeres-Sportzentrum (früher Heeressport- und Nahkampfschule/HSNS) dokumentiert. Im Zuge der Teilnahme bei Militär-Weltmeisterschaften des Internationalen Militärsportverbandes (CISM) müssen die Medaillengewinner Franz Dorfer, Valentin Stöckl, Adalbert Steingruber, Hartmut Brandau, Konrad König, Manfred Puntigam und Oliver Obradovic genannt werden, insbesondere Olaf Mayer, der in den Jahren 1983 und 1985 mit zwei Goldmedaillen eindrucksvolle Spuren im Militärsport hinterließ.
Auf nationaler Ebene sind folgende Boxer zu nennen, die im Bereich der Staatsmeisterschaften zwischen 1921 und 2025 die meisten Titeln (14 bis 6) holen konnten- Manfred Dimter (14), Jürgen König, Helmut Dominik (11), Erich Knechtl (10), Rupert König (9), Hans Zehetmayer, Konrad „Conny“ König, Ikomoniya „Biko“ Botowamungu (8), Paul Schnugg (7) sowie Adolf Illichmann, Johann „Jaro“ Wiltschek, Egon Rusch, Peter Weiss, Karl Koglbauer, Robert Pfitscher, Hannes Salzburger sowie Zdravomir Dimitrijevic (6).
Vergangene und aktuelle Veranstaltungen haben viel für die positive Entwicklung und Aufschwung des Boxsportes beigetragen. Sind es in der Vergangenheit u.a. der Nationencup in Wiener Neustadt, das Sportfest auf der Jesuitenwiese in Wien oder das Dolomitenturnier in Lienz, haben heutzutage neben den traditionellen Staatsmeisterschaften der Elite und des Nachwuchses – für Männer und Frauen – vor allem das Austrian Boxing Circle, als inoffizielle Vereinsmeisterschaften, einen hohen Stellenwert im österreichischen Boxsportgeschehen.